Mainzer Netze: Un­se­re Maß­nah­men zum Grund­was­ser­schutzÜ­ber­wach­ung, Schutz­ge­bie­te und vie­les mehr

Bevor wir mit unserem Wasser-Wissen zum Grundwasserschutz ins Detail gehen, klären wir die Einstiegsfrage: Was bezeichnet man eigentlich als Grundwasser? Als Grundwasser werden unterirdische Wasservorkommen bezeichnet, die sich im Boden über einer wasserundurchlässigen Schicht ansammeln. Sie entstehen durch versickernden Niederschlag und teilweise versickernde Oberflächengewässer, wie zum Beispiel Bäche. Etwa 62 % des gesamten Trinkwassers in Deutschland werden aus dem Grundwasser gewonnen – eine beachtliche Menge. Daher gelten der Grundwasserschutz und die Grundwasserüberwachung als oberstes Gebot.

Wie kommt es zur Ver­un­rei­ni­gung von Grund­was­ser?

Es gibt leider viele Stoffe, die durch den Boden ins Grundwasser gelangen und es verschmutzen können. Das sind zum einen wassergefährdende Stoffe wie Dünger, Pflanzenschutzmittel und Öle, zum anderen aber auch Abschwemmungen von Straßen, die Streusalze und Reifenabrieb enthalten. Stichwort: Mikroplastik. Die Reinigung des Grundwassers ist meist langwierig und mit hohen Kosten verbunden.
Wasserwerk umgeben von Natur

Was leis­ten die Main­zer Net­ze zum Grund­was­ser­schutz?

Als Mainzer Netze leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Grundwasser- und allgemeinen Gewässerschutz, indem wir mehrere Trinkwasserschutzgebiete eingerichtet haben. Diese Schutzgebiete bestehen aus naturbelassenen Räumen und befinden sich alle im Einzugsgebiet der Trinkwassererfassungsanlagen.

Maß­nah­men zum Grund­was­ser­schutz am Was­ser­werk Eich

Im Bereich des Wasserwerks Eich werden intensive Landwirtschaft und Kiesabbau betrieben. Um den Einfluss der Rohwasserförderung auf den Grundwasserspiegel zu minimieren, werden jährlich circa 1,7 Millionen m³ Uferfiltrat in einen Baggersee und in Gräben infiltriert. Des Weiteren investieren die Mainzer Netze im Bereich des Wasserwerks Eich in ein Grundwassermonitoring und ein Stickstoffminimierungsprogramm (Nmin-Programm). Aktuell bestehen 18 nachhaltige Kooperationsvereinbarungen mit Landwirten, die weitere Umweltmaßnahmen beinhalten. Das Nmin-Programm beinhaltet:

  • die Stickstoff-Analyse des Bodens
  • die Beratung der Landwirte bezüglich des Düngemitteleinsatzes in der jeweiligen Schutzzone
  • die Bezuschussung des Führens der Schlagdateien und die Übernahme der Kosten für die sogenannte Gründüngung

Die Gesamtkosten für das Nmin-Programm und das Grundwassermonitoring belaufen sich jährlich auf 50.000 bis 60.000 Euro.

Maß­nah­men zum Grund­was­ser­schutz am Wasser­werk Hof Schö­nau

Das Wasserwerk Hof Schönau ist in einen eigenen Wald eingebettet, welcher eine große aktive Rolle beim Grundwasserschutz einnimmt: Er stellt aufgrund seiner Bodenstrukturen einen enormen Süßwasserspeicher dar – bis zu 200 Liter Wasser können sich unter einem Quadratmeter Waldboden ansammeln. Neben der Funktion als Wasserspeicher filtert und reinigt der Waldboden das versickernde Wasser vor dem Eindringen ins Grundwasser und minimiert dadurch den Stickstoffgehalt des Wassers. Die Bewirtschaftung und Pflege des Waldes ruft jährlich rund 40.000 Euro auf und hängt sehr stark vom Zustand des Waldes und den vorherrschenden Klimaverhältnissen ab.

Maß­nah­men zum Grund­was­ser­schutz am Was­ser­werk Pe­ters­aue

Der Inselkörper Petersaue im Rhein gehört zu rund 50 % zum Eigentum der Mainzer Stadtwerke. Hier befindet sich mit dem Wasserwerk Petersaue das dritte seiner Art. Das Gelände besteht aus einer naturbelassenen Graslandschaft, auf der einige Laub- und Obstbäume stehen. Lediglich zweimal im Jahr wird zu Eigenkosten und zur Eigennutzung der Mäherzeugnisse das Gras von einem Biolandwirt gemäht. Darüber hinaus entstehen keine weiteren Aufwendungen für die Grünpflege. Die übrige Fläche der Petersaue wird von der Firma InfraServ zur Abwasserbehandlung und zum Teil von einem Landwirt zum biologischen Anbau von Hülsenfrüchten genutzt. Hier dürfen zum Grundwasserschutz weder Dünger noch Pestizide eingesetzt werden.

Wei­te­re Maß­nah­men der Main­zer Net­ze

Im Umfeld aller drei Wasserwerke finden regelmäßig Schutzgebietsbegehungen statt. Dadurch soll die illegale Entsorgung von Abfällen jeglicher Art festgestellt und wenn möglich unterbunden werden. Um auf die Verursacher von Verunreinigungen unserer Rohwasserressourcen besser Einfluss nehmen zu können, sind die Mainzer Stadtwerke AG auch Mitglied im ARW (Arbeitsgemeinschaft der Rheinwasserwerke). Hier werden gemeinsame Projekte zum Grundwasserschutz definiert und durchgeführt, die Qualität des Rheins dokumentiert, Kontakte zu Behörden und beispielsweise auch zur Industrie aufgenommen, um die Ressource Wasser langfristig schützen zu können.

 

Als Mitglied des Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz e.V. (LDEW) unterstützen die Mainzer Netze die LDEW-Kampagne „Wasser. Läuft!“.

Wei­te­re in­te­res­san­te In­for­ma­tio­nen zum The­ma Trink­was­ser

Ge­wäs­ser­schutzJe­der kann sei­nen Bei­trag leis­ten

Was sind die Ursachen für Gewässerverunreinigung? Und welche Maßnahmen leisten die Mainzer Netze zum Gewässerschutz? Dies erklären wir Ihnen gerne.

Was­ser­knapp­heitAus­wir­kun­gen auf Mensch und Um­welt

Wie entsteht Wasserknappheit? Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf unsere Trinkwasser-Ressourcen? Und was können wir vorbeugend gegen Wasserknappheit tun? Hier beantworten wir sämtliche Fragen.

Re­gen­was­ser­nut­zungPer­fekt für Haus und Gar­ten

Die Nutzung von Regenwasser schont nicht nur unsere Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel. Wir erläutern Ihnen, worauf es dabei ankommt.

Bildungs­angeboteSchu­lun­gen, Se­mi­na­re und mehr

Die Mainzer Netze bieten ein breites und spannendes Trinkwasser-Bildungsangebot mit Schulungen und Seminaren. Informieren Sie sich jetzt.