Tier- und Umwelt­schutz in der RegionStörche auf unserem Hochspannungsmast

Die Tochtergesellschaften, Mainzer Netze GmbH und die Überlandwerk Groß-Gerau GmbH, haben auf hessischer Seite beides im Blick: die Versorgungssicherheit und den Schutz der Störche. Auf den Freileitungsmasten rund um Mainz sind zahlreiche Nestbau- und Brutaktivitäten von Weißstörchen zu beobachten. Vergangenes Jahr wurden 46 Nester in der Netzgruppe gezählt, diese reicht von Ingelheim bis Biebesheim, Schwerpunkt Laubenheim, Bodenheimer Ried, Hessisches Ried brüten dieses Jahr gut 500 Weißstorchpaare. Damit ist die Region als eine der am dichtesten besiedelten Storchenregionen in Europa zu bezeichnen.

 

Michael Worch, Geschäftsführer der Mainzer Netze GmbH: „Wir freuen uns, dass sich der Storchenbestand in unserer Region so gut erholt hat. Dabei muss es uns gelingen, die Interessen unserer Kunden hinsichtlich einer sicheren Stromversorgung zu wahren. Das ist unser ambitioniertes Ziel für die nächsten Jahre."

 

Für die Mainzer Netze hat neben der Versorgungssicherheit auch der Artenschutz höchste Priorität. Aus diesem Grund haben wir in Mainz-Laubenheim an einem Hochspannungsmast zusätzliche Klein-Windräder montiert.

 

Dennoch freuen wir uns sehr, dass auch im Jahr 2022 die Störche auf einen weiteren Mast in Mainz-Laubenheim zurückgekehrt sind und sich dort zum brüten niedergelassen haben. Im Juli/August 2022 haben auch die Jungstörche ihre Flügel gespannt und die Nester verlassen haben. 

 

Sobald die Brut- und Nistzeit 2023 wieder beginnt, werden wir hier in der Stelle den Live-Stream einbinden. 

  • „In der Tat ist das im wahrsten Sinne des Wortes ein gewisses Spannungsfeld", erläutert Ioannis Kombouris,  Fachbereichsleiter Instandhaltung Stromanlagen bei den Mainzer Netzen. „Wir versuchen in diesem Spannungsfeld aber durch kreative Ideen und in guter Zusammenarbeit mit dem NABU, Weißstorchexperten und Behörden sowohl dem Thema Versorgungssicherheit wie auch dem Storchenschutz gerecht zu werden."  2018 initiierten  die Mainzer Netze und die ÜWG aufgrund der zunehmenden Brutaktivitäten und den daraus resultierenden Störungen im Stromnetz einen runden Tisch mit den Naturschutzverbänden, dem Landesvogelwart Rheinland-Pfalz/Hessen und den Naturschutzbehörden.
  • Durch herabhängende Zweige des Nestes kann es zu einem Überschlag zwischen den spannungsführenden Leiterseilen und der geerdeten Mast-Traverse kommen, auf der sich das Nest befindet. Die mögliche Folge sind Spannungseinbrüche im Netz und Produktionsstörungen in Kundenanlagen. Auch den Ausfall von Leitungen und von ganzen Umspannwerken mussten die Mainzer Netze GmbH und die ÜWG schon erleben. Um solche Zwischenfälle zu vermeiden, gibt es eigentlich nur eine Lösung: So lange noch keine Eier gelegt sind, müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Masten steigen und die herabhängenden Zweige abschneiden. Ein weiteres Problem: Durch den Nestbau können die Betriebsmittel beschädigt werden, sprich die Isolatoren und die Stahlkonstruktion der Masten. Ein Nest kann im Laufe der Zeit mehrere hundert Kilo schwer werden.    

  • Erwachsene Störche können sich in der Regel rechtzeitig vor Überschlägen in Sicherheit bringen, aber natürlich besteht auch für sie eine gewisse Gefahr. Und das Nest kann in Brand geraten und somit sind dann die Eier oder die Jungstörche stark gefährdet. Kombouris: „In Abstimmung mit dem NABU und den zuständigen Behörden versuchen wir seit etwa zwei Jahren durch den Einbau von Kleinwindrädern an besonders kritischen Stellen im Mast den Nestbau an diesen Stellen zu verhindern.“ 

    Eine weitere Möglichkeit: Die Netzbetreiber stellen den Vögeln an den weniger kritischen Stellen auf den Strommasten alternative Nistmöglichkeiten zur Verfügung. Mitunter werden in Abstimmung mit den zuständigen Behörden auch in der Nachbarschaft alternative gefahrlose Nistmöglichkeiten errichtet. Etwa am Umspannwerk im hessischen Berkach - dort wurde ein Holzmast errichtet und von den Störchen auch angenommen. Im Übrigen unterstützen beiden Tochterunternehmen der Mainzer Stadtwerke seit Jahren in der wärmeren Jahreszeit die Beringung der Jungstörche in Zusammenarbeit mit dem NABU.

    Bernd Petri, Ornithologe und Weißstorchexperte des NABU Hessen freut sich über die guten Entwicklungen und die Zusammenarbeit: „Dass heute wieder so viele Störche bei uns klappern und am Himmel kreisen, ist auch dem jahrzehntelangen Einsatz der Netzbetreiber zu verdanken. Den Mainzer Störchen jetzt bei der Aufzucht der Jungen zuschauen zu können, ist wunderbar.“
Klein Windräder

Für Kollegen der Mainzer Netze ging´s hoch hinausAn einem Hochspannungsmast wurden zusätzliche Klein-Windräder montiert

Die Windräder sollen verhindern, dass die Störche vor Ort an gefährlichen Stellen am Strommast nisten. Zusätzlich wurden neue Nistplätze geschaffen, damit sie von der Spannung fern sind. Ob die Idee, die mit dem NABU entwickelt wurde, funktioniert, wird durch am Mast montierte Kameras überwacht.