Mainzer Netze: Maß­nahmen zur Energie­wendeFür eine si­chere, sau­be­re und be­zahl­ba­re Zu­kunft

Sie ist längst in aller Munde, die große Energiewende. Und natürlich ist sie ein ganz grundlegender Aspekt für den Klimaschutz. In diesem Abschnitt unserer Reihe Strom Wissen bei den Mainzer Netzen erfahren Sie, was es mit der Energiewende auf sich hat und wo wir in Deutschland aktuell stehen.
Ortsschild zum Thema Energieeffizienz

Worum geht es ei­gent­lich bei der Energie­wen­de?

Die drei Säulen der Energiewende sind erneuerbare Energien, Energiesparen und Energieeffizienz. Die Energiewende ist zentral für eine sichere, umweltverträgliche und wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft – denn die Art und Weise, wie wir als Gesellschaft Energie gegenwärtig noch erzeugen und nutzen, ist nicht nachhaltig. Durch dabei entstehende Treibhausgasemissionen und den Verbrauch von endlichen Ressourcen, sind unsere natürlichen Lebensgrundlagen gefährdet.

Die Lösung: Deutschlands Energieversorgung wird grundlegend umgestellt – weg von nuklearen und fossilen Brennstoffen, hin zu erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz. Bei der Energiewende handelt es sich also um einen grundlegenden Umbau der Energieversorgungssysteme auf eine nachhaltige Energieerzeugung und eine effizientere Energienutzung. Daraus entsteht gleichzeitig auch die große Chance einer grundlegenden wirtschaftlichen Modernisierung.

Zentrale Hand­lungs­felder der En­er­gie­wen­de  

  • Energieeffizienz ist die größte Energiequelle, entsprechend ist die Steigerung der Energieeffizienz für die Umstellung auf erneuerbare Energien unverzichtbar. Zudem ist es auch die einfachste Handlungsschraube. Energieeffizienz ist nicht nur für die Umwelt gut, sondern auch für den Geldbeutel: Ein großer Teil der vermiedenen Energiekosten übersteigt die Investitionskosten entsprechender Modernisierungsmaßnahmen innerhalb weniger Monate oder maximal nach fünf Jahren.
  • Die tragende Säule effizienter Energieversorgung der Zukunft sind die erneuerbaren Energien. Diese Energiequellen speisen sich aus der Energie, die uns Sonne, Gravitation und Erdwärme bieten. Im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern und Uran sind sie unbegrenzt verfügbar. Natürlich müssen auch diese Ressourcen in Verbindung mit einer effizienten Nutzung und Erzeugung nachhaltig genutzt werden. Wenn Energie effizienter genutzt wird, werden beispielsweise auch weniger Windräder gebraucht.
  • Der Strom aus erneuerbaren Energien wird in Zukunft zunehmend dezentral erzeugt. Die weitverzweigten Erzeugungsanlagen – vom Offshore-Windpark in der Nord- oder Ostsee bis zum Wasserkraftwerk in den Alpen – müssen intelligent miteinander vernetzt werden. Deshalb muss der Ausbau der erneuerbaren Energien mit dem Netzausbau Hand in Hand gehen. Hier haben wir mit den Mainzer Netzen schon frühzeitig begonnen, die Leistungsfähigkeit und Flexibilität unseres Netzgebiets zu erhöhen – mit Netzverstärkungs- und Ausbaumaßnahmen sowie durch den Einsatz intelligenter Lösungen im Sinne intelligenter Stromnetze (Smart Grid).

     

  • Einen weiteren wesentlichen Baustein stellen die Energiespeicher dar. Bei einer zunehmend auf fluktuierenden Energien basierenden Stromversorgung sind Energiespeicher mittel- und langfristig für die Energiewende unverzichtbar. Wenn aus Wind und Sonne mehr Energie erzeugt werden kann, als gebraucht wird, muss die überschüssige Energie für Zeiten, in denen kein Wind weht oder die Sonne nicht scheint, natürlich gespeichert werden.

Wo stehen wir in Sa­chen En­er­gie­wen­de?

Um die Energiewende einzuleiten, hat die Bundesregierung mit ihrem Energiekonzept die langfristigen Ziele und Aufgaben für den Umbau des Energiesystems vorgegeben. Um diesen Umbau voranzubringen, wurden bereits eine ganze Reihe von Gesetzen und Verordnungen verabschiedet. Die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aus dem Jahr 2011 beschleunigt unter anderem die Planung und Genehmigung neuer Stromnetze, regelt den Einsatz intelligenter Stromzähler besser und sieht Anreize dafür vor, wenn ein Betreiber seine stromverbrauchenden Anlagen für eine vorübergehende Abschaltung durch den Netzbetreiber zur Verfügung stellt, um Nachfragespitzen abzudämpfen.

 

Darüber hinaus wurde in einer Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes die Vergütung für Strom aus erneuerbaren Energien neu geregelt. Hier wurden Anreize für eine Direktvermarktung des EE-Stroms am Energiemarkt geschaffen. Mit einer Änderung in der Stromnetzentgeltverordnung können Verbraucher, die Strom vor allem in Zeiten mit schwacher Stromnachfrage beziehen, eine Befreiung von den Netzentgelten beantragen – damit soll ein Anreiz für die Entlastung der Stromnetze geschaffen werden. Im Atomgesetz wurde festgelegt, wie lange die Betriebsgenehmigungen der noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke noch gültig sein werden.

Was ist De­kar­bo­ni­sier­ung?

Als Dekarbonisierung (oder auch Entkarbonisierung) wird die Umstellung der Energiewirtschaft im Sinne niedrigerer CO2-Emissionen bezeichnet. Das langfristige Ziel ist es, eine auf Dauer kohlenstofffreie Wirtschaft zu schaffen, also eine konsequente Vermeidung von CO2-Emissionen. Damit ist die Dekarbonisierung ein zentraler Pfeiler der Energiewende und somit von grundlegender Bedeutung für den Klimaschutz.

 

So dringend die Dekarbonisierung nötig ist – eine vollständige Umsetzung innerhalb weniger Jahre ist nicht realistisch. Umso wichtiger ist es, dass das verbleibende CO2-Budget in den nächsten drei Jahrzehnten nicht vollständig ausgeschöpft wird. Hier kommen die Maßnahmen für den Übergang zur Energiewende ins Spiel, beispielsweise die Erzeugung von regenerativem Erdgas, das Sie natürlich auch über die Mainzer Netze erhalten. Bis der komplette Umstieg auf ausschließlich erneuerbare Energien gelingt, ist es wichtig, dass wir konventionelle Vorkommen durch sparsame und wirtschaftlich arbeitende Technologien verantwortungsvoll nutzen. Sowohl bei der Wärme- und Stromerzeugung als auch beispielsweise beim Tanken oder Kochen: Mit der effizienten Nutzung von Erdgas und der Einbindung erneuerbarer Energien entscheiden Sie sich für Nachhaltigkeit und schonen dabei Ihren Geldbeutel.

Keine En­er­gie­wen­de oh­ne Wär­me­wen­de

Die Energiewende ist nicht alleine eine Stromerzeugungswende, sondern ganz maßgeblich auch eine Wärmewende. De facto entfällt auf das Heizen von Gebäuden etwa ein Drittel des CO2-Ausstoßes in Deutschland. Und die im Wärmemarkt erzeugten CO2-Emissionen sind in den letzten Jahren nicht gesunken, sondern zum Teil sogar leicht gestiegen. Darum braucht es für eine Energiewende mehr als neue Windräder, Solarparks und den Kohleausstieg – auch der Heizkesseltausch ist eine ganz grundlegende Maßnahme. Im Abschnitt Wärmewende erfahren Sie, inwiefern sich die Modernisierung ihrer Heizanlage gleich mehrfach lohnt und inwiefern Sie Unterstützung über staatlichen Förderungen erhalten können.

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