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Das neue MsbG: Pflichten & Herausforderungen für Energieversorgungsunternehmen

Im September 2016 ist das „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ in Kraft getreten. Grundlegendes Ziel des Gesetzes ist der Aufbau eines intelligenten Stromnetzes, um die Netzstabilität bei einem steigenden Anteil erneuerbarer Energien zu gewährleisten. Den Kern dieses neuen Gesetzes bildet das sogenannte „Messstellenbetriebsgesetz“ (MsbG). Hierdurch wird die Einführung intelligenter Messtechnik, also der flächendeckende Einbau neuer Stromzähler in Haushalten und Betrieben, grundsätzlich festgelegt.

Die Verpflichtung zum Einbau intelligenter Messsysteme betrifft alle Letztverbraucher mit einem Jahresstromverbrauch von über 6.000 kWh und bei EEG- und KWK-Anlagen mit über 7 kW (§§ 29 ff. MsbG). Liegen der Jahresstromverbrauch bzw. die installierte Leistung der Anlage unter den genannten Werten, ist der Einbau durch den „grundzuständigen Messstellenbetreiber“ (gMSB) freigestellt. Jedoch sind auch diese Messstellen mit modernen Messeinrichtungen auszustatten. Für den Einbau, den Betrieb und die Wartung der Geräte ist dabei der jeweilige Messstellenbetreiber verantwortlich.

Um durch den Einbau neuer Stromzähler das Ziel eines intelligenten Stromnetzes zu erreichen, stehen den Energieversorgungsunternehmen in unserer Region daher große Aufgaben bevor. Auch die Mainzer Netze GmbH ist dann auf Ihre Unterstützung angewiesen!

Nähere Informationen zu Ihrem zuständigen Messstellenbetreiber, den intelligenten Messsystemen sowie zu den Funktionen moderner Messeinrichtungen erhalten Sie in unseren Fragen und Antworten:

 

 

Was ist ein Messstellenbetreiber?

Der Messstellenbetreiber ist für den korrekten Betrieb der Messtechnik sowie der Ablesung der Verbrauchswerte verantwortlich. Die Mainzer Netze GmbH ist der grundzuständige Messstellenbetreiber für das Netzgebiet der Mainzer Netze.

Was ist eine moderne Messeinrichtung?

Als moderne Messeinrichtung bezeichnet man einen elektronischen Zähler. Dieser kann, im Gegensatz zu den bisher verbauten mechanischen Zählern, die aktuell bezogene Leistung, sowie den Stromverbrauch der letzten 24 Monate anzeigen.

Was ist ein intelligentes Messsystem?

Wird die moderne Messeinrichtung mit einem Kommunikationsmodul (dem so genannten Smart Meter Gateway) ausgestattet, spricht man bei dieser Kombination von einem intelligenten Messsystem. Dieses Messsystem ist über das Smart Meter Gateway in ein Kommunikationsnetz eingebunden. Das Smart Meter Gateway dient als Datendrehscheibe und kann unter anderem die Messwerte verarbeiten, automatisch übermitteln und Zugriffsrechte verwalten.

Wer erhält eine moderne Messeinrichtung und wer ein intelligentes Messsystem?

Intelligente Messsysteme erhalten:

- Letztverbraucher mit einem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch über 6.000 kWh.

- Letztverbraucher mit denen eine Vereinbarung nach §14a des Energiewirtschaftsgesetzes besteht (abschaltbare Lasten wie z.B. Wärmepumpen oder Nachspeicherheizungen).

- Anlagenbetreiber nach EEG bzw. KWKG deren Erzeugungsanlagen eine installierte Leistung über 7 kW haben.

Moderne Messeinrichtungen erhalten alle anderen Verbraucher bzw. Erzeuger.

Mit welchen Kosten muss ich zukünftig rechnen?

Die Preise für den Betrieb inklusive Einbau, Ablesung, und Wartung entnehmen Sie bitte unserem Preisblatt. In welcher Höhe diese Kosten an Sie weitergegeben werden, ist abhängig von Ihrem Stromlieferanten.

Ist der Einbau der neuen Messtechnik verpflichtend?

Ja, der Einbau der neuen Messtechnik ist gesetzlich vorgeschrieben.

Wie wird der durchschnittliche Jahresstromverbrach ermittelt?

Der durchschnittliche Jahresstromverbrauch ist der Verbrauch der vorangegangenen drei Kalenderjahre am jeweiligen Anschluss.

Wann erhalte ich die neue Messtechnik?

Die neue Messtechnik wird stufenweise bis zum Jahr 2032 bei unseren Kunden installiert. Neuanlagen werden ab dem 2. Halbjahr 2017 direkt mit der neuen Messtechnik ausgestattet.  Wann der Austausch bei Ihnen ansteht werden wir vorher ankündigen und einen Termin mit Ihnen abstimmen.

Warum wird überhaupt neue Messtechnik eingesetzt?

Um die Ziele der Energiewende zu erreichen, schreibt der Gesetzgeber den Einsatz von neuer Messtechnik vor. So sollen Sie, z.B. durch die erhöhte Transparenz ihres Stromverbrauchs, zum Energiesparen angeregt werden, und somit bewusster mit Energie umgehen.

Außerdem steigen durch den Ausbau erneuerbarer Energien die Anforderungen an den Netzbetrieb. Intelligente Messsysteme bieten die technische Infrastruktur diesen Anforderungen gerecht zu werden.

Welche Vorteile bietet eine moderne Messeinrichtung?

Historische Energieverbrauchswerte können für die letzten 24 Monate eingesehen werden. Außerdem wird die aktuell bezogene Leistung in Echtzeit angezeigt.

Welche Vorteile bietet ein intelligentes Messsystem?

Die Verbrauchsdaten werden visualisiert und somit Anreize zum Energiesparen geschaffen. Ferner können Verbraucher Stromlieferverträge abschließen, die besser zu Ihrem individuellen Verbrauchsverhalten passen und dadurch günstiger sind. Auch variable Tarife mit Anreizen zur Verbrauchsverlagerung sind denkbar.

Eine Vor – Ort – Ablesung des Stromzählers wird durch ein intelligentes Messsystem nicht mehr notwendig sein.

Muss der Zähler weiterhin vor Ort abgelesen werden?

Ein intelligentes Messsystem muss nicht mehr vor Ort abgelesen werden.

Da die moderne Messeinrichtung nicht in ein Kommunikationsnetz eingebunden ist, muss sie weiterhin vor Ort abgelesen werden.

Muss ich für die neue Messtechnik meinen Zählerschrank umbauen?

Die neue Messtechnik ist so dimensioniert, dass der vorhandene Platz ihres bisherigen Zählers ausreicht. Sollte jedoch bei der Zählermontage festgestellt werden, dass die Betriebssicherheit der Zählerstelle nicht mehr gewährleistet ist, wird der Anschlussnehmer (in der Regel der Eigentümer) aufgefordert auf seine Kosten die Anlage zu ertüchtigen. Dies ist durch ein konzessioniertes Elektroinstallationsunternehmen durchführen zu lassen.

Wer erhält meine Daten?

Im Messstellenbetriebsgesetz ist genau geregelt, wer Daten erhalten darf, und wann diese wieder zu löschen sind. Es werden nur Daten übertragen, die für die Erfüllung der energiewirtschaftlichen Tätigkeiten zwingend notwendig sind. Empfänger der Daten sind z.B. der Netzbetreiber oder der zuständige Stromlieferant.

Ist der Datenschutz bzw. die Datensicherheit gewährleistet?

Datenschutz und Datensicherheit haben bei der Einführung intelligenter Messsysteme einen sehr hohen Stellenwert. Sichergestellt wird dies durch ein Schutzprofil des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) dem alle Smart Meter Gateways genügen müssen. Nur Geräte die durch das BSI zertifiziert sind dürfen durch den Messstellenbetreiber eingesetzt werden.  Sämtliche Daten werden ausschließlich verschlüsselt durch das Smart Meter Gateway versendet.

Haben die Mainzer Netze bereits Erfahrungen mit der neuen Messtechnik?

Durch zwei Pilotprojekte haben die Mainzer Netze bereits Erfahrung im Umgang mit der neuen Messtechnik gesammelt. Dennoch stellt die Einführung dieser Messtechnik eine große Herausforderung für die gesamte Branche dar.

Woher bekomme ich weitere Informationen rund um das Thema Smart Metering?

Folgende Links haben wir für weitergehende Informationen zusammengestellt:

Bundeswirtschaftsministerium

BSI

Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende

Bdew

Vku